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Malteser in Bruchsal

Neues Einsatzkonzept der Hilfsorganisationen beim Faschingsumzug geht auf

01.02.2016
Behandlungsplatz (BHP) in der Sporthalle der Bruchsaler Hebelschule

Um den kontinuierlich steigenden Patientenzahlen in den vergangenen Jahren gerecht zu werden, haben die Bruchsaler Hilfsorganisationen (DLRG, DRK und MHD) ein neues Konzept erarbeitet und beim diesjährigen Faschingsumzug erstmalig umgesetzt. Neben den Fußtrupps und Fahrzeugen entlang der Umzugsstrecke, die primär der Erstversorgung dienen, wurde zusätzlich ein Behandlungsplatz in der Turnhalle der Hebelschule eingerichtet. An diesem konnten die Patienten umfassend betreut und einer schnellen ärztlichen Versorgung zugeführt werden. Die Einsatzleitung, welche die eingesetzten Fußtrupps und Fahrzeuge disponiert und den Kontakt zur Rettungsleitstelle hält, erfolgte aus dem Bruchsaler Rathaus, in engem Austausch mit der Bruchsaler Polizei und Feuerwehr. Durch die steigenden Zahlen an Patienten kam es besonders im vergangenen Jahr zu Problemen, Patienten zeitnah in geeignete Zielkliniken zu transportieren. Patienten unter 16 Jahren mussten in die Kinderkliniken Karlsruhe oder Heidelberg transportiert werden, wodurch das Transportfahrzeug eine längere Zeitspanne nicht im Einsatzbereich Bruchsal verfügbar war. Der Behandlungsplatz in der Hebelschule stellte somit eine vorgeschaltete Instanz dar, in der vielen Patienten umfassend geholfen werden konnte, ohne dass diese in ein Krankenhaus verbracht werden mussten. „Mit dem Behandlungsplatz wurde die Möglichkeit geschaffen, kleinere gesundheitliche Probleme oder Patienten, deren Genesung primär von einer Überwachung über einen bestimmten Zeitraum abhängig ist, umfassend versorgen zu können und idealerweise direkt aus dem Behandlungsplatz entlassen zu können.“ so Dr. Michael Reindl, Notarzt der Malteser am Behandlungsplatz. Sollten Patienten aufgrund der Schwere ihrer Verletzung eine spezifische oder weitere Behandlung in einer Klinik benötigen, würden diese selbstverständlich weiterhin unverzüglich oder direkt dorthin transportiert werden. Mit dem Betreiben des Behandlungsplatzes tragen die Malteser somit maßgeblich dazu bei, dass die umliegenden Kliniken und der Rettungsdienst in erheblichem Maße entlastet werden und diese sich den dringendsten Notfällen widmen können. Das Konzept ging auf: Die Patienten wurden nach einer umfassenden Versorgung mit Transportfahrzeugen im Pendelverkehr in die Kliniken transportiert - einige Patienten konnten direkt aus der Sanitätsstation entlassen werden.

Bei dem Einsatz kam erstmalig der „Gerätewagen Sanitätsdienst“ der Malteser zum Einsatz. Michael Raab, Stadtbeauftragter der Malteser, sah hierin eine gute Möglichkeit dieses Fahrzeug und die Ausrüstung in einem planbaren Einsatz zu testen, bevor es im Rahmen der Schnelleinsatzgruppe Bruchsal eingesetzt wird. Das neue Fahrzeug der Malteser, welches in Kürze rund um die Uhr zur Verfügung stehen wird, beinhaltet Material und Gerätschaften, um innerhalb kürzester Zeit einen Behandlungsplatz überall im Einsatzgebiet der ehrenamtlichen Bruchsaler Helfer einzurichten. Bei Großschadenslagen können Patienten somit umfassend versorgt und stabilisiert werden, bevor diese in geeignete Zielkliniken transportiert werden. Die Schnelleinsatzgruppe der Malteser kann im Bedarfsfall von der Rettungsleitstelle alarmiert werden. (nic)

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